Das Wichtigste
- Aufnahme für Bohrmaschinen mit Eurohals Ø 43 mm
- Grauguss-Grundplatte 175 × 210 mm mit Befestigungsschlitzen für einen Maschinenschraubstock
- Rückholfeder, Tiefenanschlag und mm-Skala
- Gesamthöhe 500 mm, Ausladung 130 mm
- Sechskant-Säule, laut Hersteller stufenlos um 360° drehbar
Wofür der KWB 777800 taugt
Der 777800 ist ein klassischer Bohrständer: Du spannst deine Bohrmaschine über den Eurohals mit 43 mm ein. Das ist der genormte Spannhals direkt hinter dem Bohrfutter, den die meisten Netz-Bohrmaschinen haben. Danach führst du sie per Hebel senkrecht nach unten. Für Holzarbeiten heißt das konkret:
- Dübellöcher, die wirklich rechtwinklig zur Fläche sitzen
- Sacklöcher mit gleicher Tiefe, etwa für Regalbodenträger
- Bohrungen mit Forstnerbohrern für Topfbänder in Plattenwerkstoffen
KWB nennt auch Fräsungen und Metallprofile. Für Fräsarbeiten würde ich einen solchen Ständer aber nicht einplanen. Eine Bohrmaschine ist nicht für seitliche Belastung gebaut und dreht dafür viel zu langsam. Dafür ist eine Oberfräse das richtige Werkzeug. Metall kannst du dünnwandig bohren, aber das ist hier nicht der Schwerpunkt.
Grundplatte, Säule und Ausladung
Die Grundplatte ist aus Grauguss und misst 175 × 210 mm. Grauguss dämpft Vibrationen besser als Stahlblech, das spricht für ruhigeres Bohren. Die Fläche ist allerdings klein. Größere Werkstücke wie Korpusseiten liegen weit über und brauchen eine Unterlage oder eine aufgeschraubte Hilfsplatte aus Multiplex. Die Ausladung von 130 mm ist der Abstand von der Säule zur Bohrachse. Du kannst also höchstens etwa 13 cm vom Rand entfernt bohren. In der Mitte einer breiten Platte geht das nicht.
Die Gesamthöhe liegt bei 500 mm, die Säule hat 34 mm Durchmesser. Wie viel Platz nach Abzug von Maschine und Bohrer unter dem Bohrfutter bleibt, steht nicht in den Daten. Bei langen Bohrern oder hohen Werkstücken wird es aber schnell eng.
Tiefenanschlag und Skala
Tiefenanschlag und mm-Skala sind für Holzarbeit das Wichtigste. Damit bohrst du Sacklöcher reproduzierbar auf dieselbe Tiefe. Die Rückholfeder zieht die Maschine nach dem Bohren selbstständig nach oben. Wie groß der Hub ist, also der maximale Bohrweg, nennt der Hersteller nicht. Das würde ich vor dem Kauf klären, wenn du tiefe Löcher brauchst.
Grenzen gegenüber einer Ständerbohrmaschine
Ein Bohrständer bleibt eine Behelfslösung. Die Genauigkeit hängt stark vom Spiel in der Führung ab, und dazu gibt es keine Angaben. Eine echte Ständerbohrmaschine hat eine spielarme Pinole, einstellbare Drehzahlstufen und einen Tisch mit Klemmmöglichkeiten. Für gelegentliche Dübel- und Beschlagbohrungen reicht der KWB. Für Serien, große Forstnerbohrer oder Möbelbau mit engen Toleranzen würde ich zur Ständerbohrmaschine greifen.
Sicherheit und Zubehör
Spann das Werkstück immer fest, entweder mit Zwingen oder im optional erhältlichen Maschinenschraubstock (KWB Art.-Nr. 777068, 80 mm, nicht im Lieferumfang). Für ihn hat die Grundplatte passende Schlitze. Ein mitdrehendes Werkstück ist der typische Unfall am Bohrständer. Trag eine Schutzbrille und keine Handschuhe an der laufenden Spindel. Den Ständer selbst solltest du auf der Werkbank festschrauben.
Preisvergleich
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Technische Daten
- Spannhals
- 43 mm
Im Vergleich zu allen Modellen
- Spannhals 43 mm 43 mm43 mm
Daten als Tabelle , Quelle: Herstellerangaben aller Modelle dieser Kategorie
| Merkmal | Dieses Modell | Spanne | Median |
|---|---|---|---|
| Spannhals | 43 mm | 43–43 mm | 43 mm |
Meine Einschätzung
Ich habe den KWB 777800 nicht selbst getestet. Meine Note fasst Herstellerangaben, Ausstattung, Verbrauch und Preis-Leistung zusammen. So vergleiche ich
Ich würde den KWB 777800 empfehlen, wenn du schon eine Bohrmaschine mit 43-mm-Hals hast und ab und zu Dübel- oder Beschlaglöcher sauber senkrecht und auf Tiefe bohren willst. Grauguss-Fuß und Tiefenanschlag sind dafür die richtigen Zutaten. Wenn du regelmäßig größere Werkstücke bearbeitest, viel mit großen Forstnerbohrern arbeitest oder auf Zehntel genau bohren musst, rate ich dir eher zu einer echten Ständerbohrmaschine.
Vorteile
- Passt zu den meisten Bohrmaschinen mit 43-mm-Eurohals
- Grundplatte aus Grauguss statt Blech
- Tiefenanschlag mit mm-Skala für gleich tiefe Sacklöcher
- Rückholfeder serienmäßig
- Schlitze für einen Maschinenschraubstock vorhanden
- Kompakt mit 500 mm Gesamthöhe
Nachteile
- Nur 130 mm Ausladung, große Platten lassen sich nicht mittig bohren
- Kleine Grundplatte (175 × 210 mm)
- Keine Angaben zu Hub, Gewicht und Spiel der Führung
- Maschinenschraubstock muss extra gekauft werden
- Für Fräsarbeiten trotz Herstellerangabe nicht sinnvoll
Häufige Fragen
Passt meine Bohrmaschine in den KWB 777800?
Ja, wenn sie einen Eurohals mit 43 mm Durchmesser hat. Das ist bei den meisten handelsüblichen Netz-Bohrmaschinen der Fall. Miss im Zweifel den Hals hinter dem Bohrfutter nach.
Wie weit vom Rand kann ich bohren?
Die Ausladung beträgt 130 mm. Weiter von der Säule entfernt kannst du die Bohrachse nicht setzen.
Ist ein Schraubstock dabei?
Nein. Die Grundplatte hat Befestigungsschlitze für den KWB-Maschinenschraubstock Art.-Nr. 777068 (80 mm), der separat erhältlich ist.
Was zeigt der Test-Vergleich zum KWB 777800?
Ich habe das Gerät nicht getestet, sondern die Herstellerdaten verglichen. Sie zeigen einen kompakten Ständer mit Grauguss-Fuß, Tiefenanschlag und Rückholfeder. Hub, Gewicht und Führungsspiel nennt KWB nicht.