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Geräteschrank für den Garten bauen: Bauanleitung mit Zuschnittliste

Ein schmaler Gartenschrank für die Hauswand, ca. 190 × 100 × 50 cm: KVH-Rahmen, Nut-Feder-Verkleidung, zwei Türen und ein Pultdach mit Bitumenschindeln. Mit durchgerechneter Zuschnittliste, Materialliste und 12 Arbeitsschritten.

Christof Servit

Geschrieben von Zuletzt aktualisiert am 07.11.2026

Ich baue schon immer gerne Projekte aus Holz. Nur das ordentliche Dokumentieren vergesse ich dabei meistens. Und weil ich nicht jedes Werkzeug selbst habe, sind einige Bilder KI-erzeugt: Sie zeigen die Arbeitsschritte, damit du sie dir besser vorstellen kannst.

Ich teste nicht selbst, sondern vergleiche Herstellerdaten und Preise. So gehe ich vor

Tür wird mit untergelegten Abstandshölzern ausgerichtet und mit einem Kreuzgehänge am Pfosten befestigt (KI-generiertes Bild) (KI-generiertes Bild)
Dieses Bild ist mit KI erzeugt und zeigt keine echte Situation.

Dieser schmale Geräteschrank steht an der Hauswand und nimmt Spaten, Rechen, Besen, Schlauch und Kleinkram auf, auf nur einem halben Quadratmeter Grundfläche. Er hat einen Rahmen aus Konstruktionsvollholz, eine Verkleidung aus Nut-Feder-Profilholz, zwei Flügeltüren und ein Pultdach mit Bitumenschindeln, das das Wasser von der Wand weg nach vorne ableitet. Die Anleitung ist durchgerechnet und passt für dich, wenn du schon ein Regal oder ein Hochbeet gebaut hast und dir ein paar Schrägschnitte zutraust.

Das Projekt auf einen Blick

MerkmalAngabe
Schwierigkeitmittel (Schrägschnitte, Türen mit Z-Strebe, Dacheindeckung)
Zeitca. 14–18 Stunden reine Arbeitszeit, verteilt auf 2–3 Tage; Trocknungszeit der Lasur extra
Materialkostenca. 400–650 € (Stand November 2026), je nach Holzart, Beschlägen und Lasur
MaßeKorpus 1.000 mm breit, 500 mm tief; Höhe ca. 1.900 mm hinten und ca. 1.720 mm vorne (ohne Steine); Dach 1.100 mm breit mit ca. 100 mm Überstand nach vorne
Einsatzaußen, an einer Hauswand, möglichst unter Dachüberstand oder auf der Wetter abgewandten Seite

Material

  • Konstruktionsvollholz (KVH) 60 × 60 mm, Fichte, technisch getrocknet: ca. 14,2 lfm, z. B. 5 Stangen à 3,0 m plus ein Reststück von mindestens 0,75 m (oder 6 × 3,0 m)
  • Profilholz mit Nut und Feder 19 × 121 mm (Deckbreite ca. 110 mm), Fichte oder Lärche/Douglasie: 20 Bretter à 3,0 m (ca. 60 lfm), dazu 1–2 Bretter Reserve
  • Dachlatten 24 × 48 mm, gehobelt oder sortiert: 3 Stück à 3,0 m
  • OSB/3-Platte 18 mm: ein Stück 1.100 × 660 mm (Zuschnitt aus einer Platte oder Reststück)
  • Bitumen-Dachbahn (Unterlagsbahn): ca. 1,5 m², meist als kleine Rolle erhältlich
  • Bitumenschindeln: 1 Paket (deckt üblicherweise 2–3 m², gebraucht werden knapp 0,8 m²)
  • Dachpappstifte verzinkt, Breitkopf, ca. 2,8 × 20 mm: eine kleine Packung
  • Holzbauschrauben 6 × 120 mm verzinkt: 30 Stück (Rahmenverbindungen)
  • Holzbauschrauben 6 × 100 mm verzinkt: 12 Stück (Pfostenfüße, Mittelpfosten)
  • Winkelverbinder ca. 70 × 70 × 55 mm, verzinkt, mit Sicke: 12 Stück, dazu ca. 100 Verbinderschrauben 5 × 40 mm
  • Edelstahlschrauben A2 4 × 50 mm, Senkkopf: ca. 300 Stück (Verkleidung, Boden)
  • Edelstahlschrauben A2 4 × 35 mm: ca. 60 Stück (Türleisten, Schlagleiste)
  • Edelstahlschrauben A2 4 × 60 mm: ca. 20 Stück (Türanschläge, Geräteleiste)
  • Schrauben 4,5 × 50 mm Edelstahl oder verzinkt: ca. 20 Stück (Dachplatte)
  • Edelstahlschrauben 5 × 40 mm: ca. 40 Stück für die Scharniere, falls nicht beiliegend
  • Beschläge: 4 Kreuzgehänge (T-Scharniere) ca. 300 mm, feuerverzinkt oder Edelstahl; 2 Schubriegel ca. 100 mm; 1 Überwurf mit Vorhängeschloss oder ein Drehriegel; 1 Türgriff
  • Kippsicherung: 2 Stahlwinkel oder Lochbandstücke plus Dübel und Schrauben passend zur Hauswand
  • Leim: wasserfester Holzleim D4, nur für die Schlagleiste
  • Unterbau: 6 Betonsteine oder kleine Gehwegplatten (mind. 5 cm hoch), Splitt für das Bett, 6 Stücke Bautenschutzmatte oder EPDM-Streifen als Trennlage
  • Oberfläche: pigmentierte Dünnschichtlasur für außen, ca. 4–5 l für alle Anstriche; bei Fichte optional Holzschutzgrund

Zuschnittliste

TeilAnzahlLänge × Breite × Stärke (mm)MaterialHinweis
Bodenrahmen längs2962 × 60 × 60KVHvorne und hinten, außen liegend
Bodenrahmen quer2361 × 60 × 60KVHzwischen die Längsriegel
Pfosten vorne21.681 × 60 × 60KVHoben 17° schräg; lange Kante 1.681, kurze Kante 1.663
Pfosten hinten21.810 × 60 × 60KVHoben 17° schräg; lange Kante 1.810, kurze Kante 1.792
Rähm vorne1842 × 60 × 60KVHgerade Schnitte, zugleich Türsturz
Rähm hinten1842 × 60 × 60KVHgerade Schnitte
Seitenriegel oben2378 × 60 × 60KVHbeide Enden 17°, parallel (Parallelogramm), Kantenlänge 378
Mittelsparren1378 × 60 × 60KVHwie Seitenriegel
Mittelpfosten hinten11.713 × 60 × 60KVHsteht auf dem Boden, gerade Schnitte
Bodendielen9481 × 121 × 19Profilholzletzte Diele auf 82 mm Deckbreite; Eckdielen 60 × 60 mm ausklinken
Seitenverkleidung34500 × 121 × 19Profilholz17 je Seite; die oberen zwei je Seite nach Anriss schräg
Rückwand17962 × 121 × 19Profilholzam obersten Brett die Feder absägen
Türbretter81.576 × 121 × 19Profilholz4 je Tür, zusammen auf 416 mm Breite
Schlagleiste11.576 × 45 × 19Profilholzaus einem Brett aufgetrennt
Geräteleiste1962 × 121 × 19Profilholzinnen an der Rückwand
Türriegel quer4376 × 48 × 24Dachlatte2 je Tür
Türstrebe diagonal2ca. 1.360 × 48 × 24DachlatteEnden ca. 14° schräg, am Türblatt anreißen
Türanschlag seitlich21.584 × 48 × 24Dachlattean die Innenseiten der Vorderpfosten
Türanschlag oben1794 × 48 × 24Dachlatteunter das vordere Rähm
Dachplatte11.100 × 660 × 18OSB/3660 mm in Gefällerichtung

Wichtig vor dem Kauf: Alle Profilholzmaße rechnen mit 110 mm Deckbreite, also der Breite, die ein Brett im verlegten Zustand ohne Feder abdeckt. Je nach Hersteller liegt sie bei 19 × 121 mm zwischen etwa 108 und 112 mm. Miss sie an einem Brett nach und rechne Bodendielen, Rückwand und Türbreite bei Bedarf nach. Die Lagerlänge der Bretter ist so eingeteilt: 9 Bretter je 1 Türbrett (bzw. Schlagleiste) plus 1 Rückwandbrett, 3 Bretter je 3 × 962 mm, 4 Bretter je 4 × 500 plus 2 × 481 mm, 3 Bretter je 5 × 500 mm und 1 Brett mit 4 × 500 plus 1 × 481 mm.

Werkzeug

Nötig:

  • Kapp- und Gehrungssäge für die rund 80 Querschnitte und die 17°-Schnitte; die Schnittbreite muss für 121 mm breite Bretter reichen (oder Handkreissäge mit Winkelanschlag, oder gerade Zuschnitte im Baumarkt, die Schrägen dann selbst)
  • Handkreissäge mit Parallelanschlag für Längsschnitte an Türbrettern, Schlagleiste und letzter Bodendiele sowie für die OSB-Platte (oder Tauchsäge mit Führungsschiene, oder Tischkreissäge)
  • Stichsäge für die Ausklinkungen im Boden und die schrägen Verkleidungsbretter (oder Japansäge bzw. Fuchsschwanz)
  • Akku-Bohrschrauber mit Bits TX20/TX25/TX30, Holzbohrern 3, 4 und 6 mm und Senker (keine sinnvolle Alternative, bei rund 500 Schrauben)
  • Schraubzwingen, mindestens 4 Stück mit 300 mm Spannweite (oder Spanngurt und eine zweite Person)
  • Wasserwaage (mind. 80 cm), Anschlagwinkel, Schmiege oder Winkelmesser, Maßband, Bleistift, Hammer, Cuttermesser für Dachbahn und Schindeln

Macht die Arbeit leichter:

Zubehör: Für die Kappsäge lohnt ein Blatt mit 48–60 Zähnen für saubere Querschnitte im Profilholz, für die Handkreissäge ein Längsschnittblatt mit etwa 24 Zähnen. In die Stichsäge gehören Holzblätter für saubere Schnitte. Edelstahlschrauben sind weicher als verzinkte: Nimm frische, gut passende Bits, sonst drehen die Köpfe rund.

  • Metabo KGS 305 M

    Kapp-Zugsäge mit 305-mm-Blatt, Schattenlinie und beidseitiger Neigung für Bretter, Dielen und Leisten

    7,8/10
    • Bauart Kapp-Zugsäge
    • Antrieb Netz (Kabel)
    • Sägeblatt 305 mm
    • Zugfunktion und 305-mm-Blatt für breite Bretter und Dielen
    • LED-Schattenlinie zeigt die echte Blattposition, ohne Nachjustieren
    • Beidseitige Neigung bis 47° erspart das Umdrehen bei Gegengehrungen
    • 18,6 kg: eher stationär als mobil
    • Schnittbreite und Schnitthöhe in den Quellen nicht angegeben
    334,95 € bei ToolineoPreis aktualisiert am 09.11.2026, 00:00 Uhr Zum Angebot*
  • Preis-Tipp
    Metabo KGSV 254 MC

    Kapp-Zugsäge mit 254-mm-Blatt, Schattenlinie, variabler Drehzahl und kompakter Zugmechanik

    7,6/10
    • Bauart Kapp-Zugsäge
    • Antrieb Netz (Kabel)
    • Sägeblatt 254 mm
    • Zugfunktion ohne Überstand nach hinten, platzsparend
    • Beidseitige Gehrung bis 50° und beidseitig neigbarer Kopf
    • LED-Schattenlinie, die ohne Justage auskommt
    • Schnittbreite und Schnitthöhe bei 90° sind in den Quellen nicht angegeben
    • Mit 18,4 kg für häufigen Transport eher schwer
    307,99 € bei GalaxusPreis aktualisiert am 09.11.2026, 00:00 Uhr Zum Angebot*
  • Makita LS1018LN

    Kapp-Zugsäge mit 260-mm-Blatt, bis 310 mm Schnittbreite, Laser und Doppelgehrung

    7,6/10
    • Bauart Kapp-Zugsäge
    • Antrieb Netz (Kabel)
    • Sägeblatt 260 mm
    • Große Schnittbreite von bis zu 310 mm dank Zugfunktion
    • Doppelgehrung: Kopf nach links und rechts um 45° neigbar
    • Drehtisch bis 60° rechts und 47° links
    • 20,6 kg und gut 82 cm Tiefe: braucht festen Platz
    • Untergestell nur als Zubehör
    446,24 € bei playoxPreis aktualisiert am 09.11.2026, 00:00 Uhr Zum Angebot*

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Schritt für Schritt

Schritt 1: Standort vorbereiten und Steine setzen

Der Schrank steht frei auf sechs Steinen, die Rückwand hält etwa 50 mm Abstand zur Hauswand, damit Luft hinter der Verkleidung zirkuliert. Der Bodenrahmen liegt dadurch rund 70 mm vor der Wand. Hebe an den Steinpositionen etwa 15 cm Erde aus, füll Splitt ein, verdichte ihn und setz die Steine: vier an die Ecken, je einer in die Mitte unter den vorderen und hinteren Längsriegel. Die Steine sollen nicht über die Außenkante des Rahmens (962 × 481 mm) hinausstehen, sondern 1–2 cm zurückliegen. So tropft das Wasser an der Verkleidung frei ab und steht nicht auf der Brettkante. Richte alle Steine mit Wasserwaage und einer geraden Latte auf eine Höhe aus. Das Holz liegt damit mindestens 5 cm über dem Gelände. Auf jeden Stein kommt später ein Stück Bautenschutzmatte, sie trennt Holz und Beton und verhindert, dass Feuchtigkeit kapillar ins Holz zieht.

Betonsteine werden auf einem Splittbett an der Hauswand mit Wasserwaage ausgerichtet (KI-generiertes Bild)
Betonsteine werden auf einem Splittbett an der Hauswand mit Wasserwaage ausgerichtet. KI-generiertes Bild, zeigt einen typischen Arbeitsschritt.

Schritt 2: Rahmenholz zuschneiden

Prüf zuerst die Holzfeuchte: Technisch getrocknetes KVH liegt bei etwa 15 %, Profilholz für außen sollte nicht über 18–20 % haben, sonst schwindet es nach dem Einbau und die Fugen öffnen sich. Schneide dann an der Kappsäge alle KVH-Teile nach Liste. Die Pfosten bekommen unten einen geraden Schnitt und oben einen 17°-Schnitt. Den Drehteller stellst du dabei auf 17°. Die angegebene Länge (1.681 bzw. 1.810 mm) misst du an der langen Kante. Diese Kante zeigt im Schrank immer nach hinten zur Wand, denn dort ist das Dach höher. Markier sie mit einem Pfeil. Seitenriegel und Mittelsparren bekommen an beiden Enden einen 17°-Schnitt, und zwar parallel zueinander, sodass ein Parallelogramm entsteht. Dafür sägst du das erste Ende, schiebst das Holz bei gleicher Einstellung durch und sägst das zweite. Beide Längskanten sind dann 378 mm lang. Schneide danach die Profilholzbretter auf Länge. Für die vielen 500er-Stücke spart ein Längenanschlag an der Kappsäge Zeit und sorgt dafür, dass alle Teile gleich lang werden.

Schritt 3: Alle Teile vorstreichen

Streich alle Teile vor der Montage einmal allseitig, auch Nut, Feder und Hirnholz. Das ist der wichtigste Schritt für die Haltbarkeit. Profilholz arbeitet: Schwindet es im Sommer, ziehen sich die Federn ein Stück aus der Nut. Ist die Feder dann unbehandelt, zeigt sich ein heller Streifen, und dort dringt Wasser ein. Brich vorher die scharfen Kanten mit Schleifpapier (Korn 120), denn auf einer runden Kante hält die Lasur besser als auf einer scharfen. Hirnholz saugt stark: Streich es zweimal. Lass die Teile nach Herstellerangabe trocknen, meist über Nacht.

Schritt 4: Bodenrahmen bauen und ausrichten

Leg die beiden Längsriegel (962 mm) außen an, die Querriegel (361 mm) dazwischen. Bohr die Längsriegel 4 mm vor, weil die Schrauben nur 30 mm vom Ende sitzen und das Holz sonst reißen kann. Verschraub jede Ecke mit zwei 6 × 120 mm, versetzt angeordnet. Miss dann die Diagonalen. Bei 962 × 481 mm müssen beide etwa 1.076 mm lang sein. Weichen sie mehr als 2 mm voneinander ab, drück den Rahmen über die längere Diagonale zurecht. Leg ihn auf die Steine mit der Trennlage und prüf längs und quer mit der Wasserwaage. Was hier schief ist, siehst du später an den Türen.

Diagonalen des Bodenrahmens werden mit dem Maßband kontrolliert, der Rahmen liegt auf Steinen mit Trennlage (KI-generiertes Bild)
Diagonalen des Bodenrahmens werden mit dem Maßband kontrolliert, der Rahmen liegt auf Steinen mit Trennlage. KI-generiertes Bild, zeigt einen typischen Arbeitsschritt.

Schritt 5: Boden verlegen

Die Bodendielen laufen von vorne nach hinten und liegen auf den Längsriegeln. Fang links an, die Nut zeigt nach außen und wird später von der Seitenverkleidung verdeckt, die Feder zeigt nach rechts. Die erste und die letzte Diele bekommen an beiden Enden eine Ausklinkung von 60 × 60 mm. Dort stehen später die Eckpfosten. Reiß sie mit dem Winkel an und säg sie mit der Stichsäge aus. Acht Dielen decken 880 mm ab, die neunte schneidest du auf 82 mm Deckbreite, gemessen von der Nutseite. Schraub jede Diele mit zwei Edelstahlschrauben 4 × 50 mm je Auflage. Bohr sie 3 mm vor und senk sie an, damit die Enden nicht aufreißen. Treib die Dielen nicht mit Gewalt zusammen: Etwa 1 mm Luft in der Fuge fängt das Quellen bei Nässe ab.

Schritt 6: Pfosten, Rähm und Mittelpfosten aufstellen

Stell die vier Pfosten in die Ausklinkungen auf den Bodenrahmen, jeweils bündig mit den Außenkanten, die markierte lange Kante nach hinten. Befestige jeden Pfosten mit zwei Winkelverbindern innen und zwei schräg gesetzten Schrauben 6 × 100 mm durch den Pfostenfuß in den Riegel. Bohr dafür 4 mm unter etwa 60° vor. Richte die Pfosten über zwei Seiten mit der Wasserwaage lotrecht aus und fixier sie mit einer schräg angeschraubten Hilfslatte. Schraub jetzt die Rähme ein. Das vordere Rähm sitzt mit seiner Oberkante bündig zur Vorderkante der Pfostenschräge, also 1.663 mm über dem Bodenrahmen. Das hintere sitzt ebenso bündig zur Vorderkante der Schräge an den hinteren Pfosten, 1.792 mm über dem Bodenrahmen. Verschraub die Rähme je Ende mit zwei 6 × 120 mm durch die Außenseite der Pfosten. Die Lichte Höhe der Türöffnung beträgt damit 1.584 mm, die lichte Breite 842 mm. Stell zuletzt den Mittelpfosten (1.713 mm) mittig unter das hintere Rähm auf den Boden und befestige ihn oben und unten mit je einem Winkel.

Pfosten werden lotrecht ausgerichtet und mit Winkelverbindern und Hilfslatte am Bodenrahmen fixiert (KI-generiertes Bild)
Pfosten werden lotrecht ausgerichtet und mit Winkelverbindern und Hilfslatte am Bodenrahmen fixiert. KI-generiertes Bild, zeigt einen typischen Arbeitsschritt.

Schritt 7: Dachunterkonstruktion setzen

Die Seitenriegel kommen oben zwischen vorderen und hinteren Pfosten, außen bündig. Ihre Oberkante liegt in der Ebene der Pfostenschrägen. Prüf das mit einer geraden Latte, die du von der vorderen zur hinteren Pfostenschräge legst. Der Riegel muss satt darunter anliegen. Verschraub ihn durch die Pfosten mit je zwei 6 × 120 mm. Diese Schrauben kreuzen sich im Pfosten mit denen des Rähms, setz sie deshalb in der Höhe um mindestens 10 mm versetzt. Wenn dir das zu eng wird, nimm stattdessen innen Winkelverbinder. Der Mittelsparren sitzt mittig zwischen den beiden Rähmen. Vorne steht er etwa 18 mm über das Rähm hinaus, hinten schließt er bündig ab, so liegt auch er in der Dachebene. Verschraub ihn durch die Rähme mit je zwei 6 × 120 mm und sichere ihn mit zwei Winkeln. Leg zum Schluss die Latte quer über alle drei Auflagen: Nichts darf kippeln, sonst liegt die Dachplatte hohl.

Schritt 8: Rückwand und Seiten verkleiden

Fang mit der Rückwand an, denn die Seitenbretter überdecken später ihre Kanten. Die Bretter liegen waagerecht, Feder nach oben, Nut nach unten. So läuft Wasser über die Fuge ab, statt in die Nut zu laufen. Das unterste Brett schließt bündig mit der Unterkante des Bodenrahmens ab. Richte es exakt mit der Wasserwaage aus, denn jeder Fehler wandert nach oben. Schraub jedes Brett an jedem Pfosten mit zwei Schrauben 4 × 50 mm, gut 15 mm vom Rand, an den Enden 3 mm vorgebohrt. 17 Bretter ergeben 1.870 mm, das passt genau unter die Dachebene. Am obersten Brett sägst du die Feder ab. Die Seitenbretter (500 mm) schließen vorne bündig mit den Vorderpfosten ab und hinten mit der Außenfläche der Rückwand. Die oberen zwei Bretter je Seite hältst du an, reißt die Dachschräge von innen an der Oberkante von Seitenriegel und Pfosten an, sägst sie mit der Stichsäge aus und schraubst sie dann fest.

Schritt 9: Dach decken

Leg die OSB-Platte so auf, dass sie seitlich 50 mm über die Verkleidung ragt, vorne etwa 100 mm (waagerecht gemessen) und hinten gut 30 mm. Schraub sie alle 15 cm mit 4,5 × 50 mm auf Pfostenköpfe, Seitenriegel und Mittelsparren. Darüber kommt die Bitumen-Dachbahn: Führ sie an allen Kanten 3–4 cm um die Stirnseiten herum und nagel sie dort alle 10 cm mit Dachpappstiften fest. Die Schindeln verlegst du von unten nach oben, also von der vorderen Traufe zur Wand hin. Die erste Reihe ist eine Startreihe mit abgeschnittenen Lappen, damit unter den Schlitzen der ersten sichtbaren Reihe keine Lücke bleibt. Lass die Schindeln vorne und seitlich etwa 10 mm überstehen, das ist die Tropfkante. Nagel jede Schindel mit vier Stiften knapp über den Schlitzen, sodass die nächste Reihe die Köpfe abdeckt. Mit 17° Neigung liegt das Dach über der Mindestneigung, die viele Hersteller für Bitumenschindeln angeben (meist 15°). Prüf aber die Angabe auf deiner Packung. Die Klebestreifen brauchen Wärme. Verlegt wird nach Herstellerangabe meist erst ab etwa 5–10 °C, bei kühlerem Wetter erwärmst du die Streifen vorsichtig mit dem Heißluftgebläse. Die oberste Reihe an der Rückseite schneidest du bündig ab und deckst die Kante mit einem umgeschlagenen Streifen Dachbahn ab.

Bitumenschindeln werden auf dem kleinen Pultdach von der Traufe aufwärts genagelt (KI-generiertes Bild)
Bitumenschindeln werden auf dem kleinen Pultdach von der Traufe aufwärts genagelt. KI-generiertes Bild, zeigt einen typischen Arbeitsschritt.

Schritt 10: Türen bauen

Jede Tür besteht aus vier senkrechten Brettern (1.576 mm). Lege sie mit der Sichtseite nach unten auf die Böcke und spann sie mit Zwingen zusammen. Zusammengeschoben sind sie 451 mm breit. Am einen Rand sägst du die Feder ab (440 mm), am anderen Rand trennst du 24 mm von der Nutseite ab und kommst so auf 416 mm. Mach die Längsschnitte am besten an den einzelnen Brettern, bevor du sie zusammensetzt. Prüf die Diagonalen des Türblatts, sie sollen etwa 1.630 mm lang sein. Die Querriegel (376 mm) setzt du 30 mm von der Bandseite entfernt, damit sie später am Anschlag vorbeigehen, und 10 mm von der Schlossseite. Der obere Riegel liegt mit seiner Oberkante 60 mm unter der Türoberkante, der untere mit seiner Unterkante 100 mm über der Türunterkante. Schraub sie mit zwei Schrauben 4 × 35 mm je Brett von hinten an, Leisten 3 mm vorgebohrt, ohne Leim, damit die Bretter quer zur Faser arbeiten können. Die Diagonale läuft immer von unten an der Bandseite nach oben zur Schlossseite. So drückt sie das Gewicht der Tür ins untere Band, und die Tür hängt nicht durch. Die beiden Türen sind deshalb spiegelbildlich. Halt die Latte auf, reiß beide Enden parallel zu den Riegeln an, säg sie ab (etwa 14° gegenüber dem rechten Winkel, Länge ca. 1.360 mm) und schraub sie an. An der linken Tür leimst und schraubst du die Schlagleiste (45 mm) außen an die Schlosskante, und zwar so, dass sie etwa 20 mm über die Kante hinausragt und später die Fuge zur rechten Tür abdeckt.

Diagonale Strebe wird als Z-Verstrebung von hinten auf ein Türblatt aus Profilholz geschraubt (KI-generiertes Bild)
Diagonale Strebe wird als Z-Verstrebung von hinten auf ein Türblatt aus Profilholz geschraubt. KI-generiertes Bild, zeigt einen typischen Arbeitsschritt.

Schritt 11: Türen einhängen und Beschläge montieren

Stell die Türen bündig mit der Vorderkante der Pfosten in die Öffnung. Unten legst du 5 mm Abstandshölzchen unter, an den Seiten und in der Mitte jeweils 3 mm, dann klemmst du die Türen fest. Schraub die Kreuzgehänge auf Höhe der Querriegel: Der lange Schenkel kommt auf die Tür, sodass die Schrauben 5 × 40 mm im Riegel fassen, der kurze auf die Vorderseite des Pfostens. Das Gelenk liegt genau über der Fuge. Erst wenn beide Türen sauber schwingen und schließen, setzt du die Anschläge von innen: die seitlichen Latten (1.584 mm) flach an die Pfosten, die obere (794 mm) unter das Rähm. Leg dabei jeweils einen Kartonstreifen als 2 mm Luft zwischen Latte und Türblatt und schraub mit 4 × 60 mm fest. Die rechte Tür bekommt innen oben und unten je einen Schubriegel. Bohr die Löcher für die Riegel in den oberen Anschlag und in den Boden. An die linke Tür kommen Überwurf und Griff. Klemmt eine Tür, nimmst du mit dem Handhobel ein paar Zehntel ab und streichst die Kante danach sofort nach.

Tür wird mit untergelegten Abstandshölzern ausgerichtet und mit einem Kreuzgehänge am Pfosten befestigt (KI-generiertes Bild)
Tür wird mit untergelegten Abstandshölzern ausgerichtet und mit einem Kreuzgehänge am Pfosten befestigt. KI-generiertes Bild, zeigt einen typischen Arbeitsschritt.

Schritt 12: Kippsicherung und Innenausbau

Ein schmaler, 1,9 m hoher Schrank kann im Sturm kippen, besonders mit offenen Türen. Befestige ihn deshalb oben mit zwei Stahlwinkeln oder Lochbandstücken an den hinteren Pfosten an der Hauswand. Ein 50 mm starker Holzklotz hält dabei den Abstand. Bei einer Wand mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) brauchst du dafür spezielle Befestiger für gedämmte Fassaden. Alternativ verankerst du den Schrank mit Bodenankern am Boden. Schraub innen die Geräteleiste auf etwa 1,40 m Höhe an die hinteren Pfosten und den Mittelpfosten (4 × 60 mm) und häng Gerätehaken daran. Lange Stiele bis etwa 1,75 m stellst du hinten ab, dort ist der Schrank am höchsten. Zum Schluss bekommen alle Außenflächen den zweiten und dritten Anstrich.

Typische Fehler

  • Gefälle zur Wand: Das Dach muss nach vorne fallen. Läuft das Wasser zur Hauswand, durchfeuchtet es Sockel und Rückwand.
  • Holz auf nassem Grund: Ohne Steine und ohne Trennlage zieht der Bodenrahmen Wasser und fault binnen weniger Jahre.
  • Feder nach unten: Dann steht in jeder Nut Wasser. Bei waagerechter Verkleidung gehört die Feder nach oben.
  • Verzinkte Schrauben in der Verkleidung: Besonders bei Lärche und Douglasie reagieren die Gerbstoffe mit dem Zink zu schwarzen Flecken. Für sichtbare Schrauben nimmst du deshalb Edelstahl A2.
  • Z-Strebe falsch herum: Läuft die Diagonale von oben an der Bandseite nach unten, wirkt sie auf Zug statt auf Druck, und die Tür sackt ab.
  • Nicht vorgestrichen: Unbehandelte Federn werden nach dem ersten trockenen Sommer als helle Streifen sichtbar.
  • Rahmen nicht im Winkel: Wenn du die Diagonalen nicht kontrollierst, passen die Türen nicht in die Öffnung.
  • Deckbreite nicht nachgemessen: Schon 2 mm Abweichung pro Brett summieren sich bei 17 Brettern auf 34 mm.
  • Schindeln bei Kälte: Sie brechen beim Biegen, und die Klebestreifen haften nicht.

Oberfläche

Fichte ist außen ohne Schutz nicht dauerhaft: Sie vergraut, bekommt Bläue (einen Pilz, der das Holz blaugrau verfärbt) und reißt auf. Für Verkleidung und Brettertüren passt eine pigmentierte Dünnschichtlasur. Sie dringt ins Holz ein, bildet keinen dichten Film, blättert deshalb nicht ab und lässt sich später einfach überstreichen. Die Pigmente schützen vor UV-Licht. Farblose Lasuren halten außen nur kurz, weil die Sonne das Holz darunter trotzdem abbaut. Alternativ eignet sich eine deckende Holzfarbe, z. B. in Schwedenrot, sie schützt länger, verdeckt aber die Maserung. Plane drei Anstriche außen (einer vor der Montage, zwei danach) und einen innen. Auf der Wetterseite frischst du je nach Lage alle zwei bis vier Jahre nach. Lärche oder Douglasie kannst du auch unbehandelt lassen, sie vergrauen gleichmäßig silbrig, halten aber nicht ewig. Mindestens so wichtig ist der konstruktive Holzschutz, den dieser Entwurf schon mitbringt: Abstand zum Boden, Trennlage auf den Steinen, Dachüberstand, Feder nach oben, Luftspalt zur Wand und versiegeltes Hirnholz.

Sicherheit

  • Kappsäge: Bei kurzen Teilen wie den 378-mm-Riegeln die Hand mindestens 15 cm vom Blatt halten und das Werkstück mit der Spannvorrichtung festlegen. Erst ausfahren, wenn das Blatt stillsteht.
  • Handkreissäge: Bei Längsschnitten den Spaltkeil montiert lassen, das Brett fest auflegen und nicht zwischen zwei Auflagen schneiden, sonst klemmt das Blatt und die Säge schlägt zurück.
  • Schutz: Schutzbrille und Gehörschutz an allen Sägen, beim Schleifen und Sägen von OSB eine FFP2-Maske oder eine Absaugung. Bei Lasur Handschuhe tragen und lasurgetränkte Lappen ausgebreitet trocknen lassen.
  • Dacharbeiten: Dachplatte und Schindeln von einer standsicheren Leiter oder einem Podest aus verlegen, nicht vom Schrank aus.
  • Kippsicherung montieren, bevor du Geräte einräumst.

Varianten

  • Breiter (1,20 m): Bodenrahmen und Rähme, Rückwandbretter, Bodendielen und Dachplatte werden je 200 mm länger, jede Tür 100 mm breiter. Setz dann zwei Mittelsparren statt einem, damit die OSB-Platte nicht durchhängt.
  • Schmaler mit einer Tür (60 cm): Rahmen auf 562 mm Breite, eine Tür über die ganze Öffnung, kein Mittelsparren nötig.
  • Flacher (35 cm Tiefe): Eignet sich für Besen, Rechen und Schaufeln. Querriegel, Seitenriegel, Sparren und Seitenbretter werden kürzer, die Pfostenschräge bleibt bei 17°.
  • Mit Regalboden: Eine Hälfte des Schranks bekommt auf 1,20 m Höhe ein Brett auf Auflageleisten, die an Pfosten und Mittelpfosten verschraubt werden. Die andere Hälfte bleibt für lange Stiele frei.
  • Einfacheres Dach: Statt Schindeln eine besandete Bitumendachbahn oder ein Trapezblech. Beides geht schneller, sieht aber technischer aus.
  • Aufwendiger: Rhombusleisten mit offenen Fugen statt Profilholz geben eine modernere Optik und eine bessere Belüftung. Dahinter brauchst du dann eine Lattung und eventuell ein Insektengitter.

Passend dazu: Wenn du für den Zuschnitt noch eine stabile Arbeitsfläche brauchst, hilft dir die Anleitung Werkbank selber bauen. Für den Garten gibt es außerdem ein Hochbeet aus Holz, für das die gleichen Regeln zu Holzschutz und Bodenkontakt gelten.

Häufige Fragen

Brauche ich für den Geräteschrank eine Baugenehmigung?

Ein Schrank mit rund einem halben Quadratmeter Grundfläche ist in der Regel ein Möbel bzw. eine sehr kleine bauliche Anlage und meist verfahrensfrei. Die Regeln stehen aber in der Landesbauordnung deines Bundeslands, dazu können Bebauungsplan, Mietvertrag oder Gemeinschaftsordnung einer Eigentümergemeinschaft kommen. Wenn du unsicher bist, frag kurz beim Bauamt nach, und bei Mietwohnungen vor dem Bohren in die Fassade den Vermieter.

Fichte oder Lärche: Welches Holz ist besser?

Fichte ist günstig und als KVH und Profilholz überall erhältlich, braucht außen aber eine pigmentierte Lasur oder Farbe. Lärche und Douglasie sind von Natur aus widerstandsfähiger und können unbehandelt vergrauen, kosten aber mehr. Für den Rahmen reicht Fichte-KVH, weil er unter Dach und Verkleidung geschützt liegt. Bei Lärche brauchst du unbedingt Edelstahlschrauben.

Reichen Steine als Unterbau oder brauche ich ein Fundament?

Für diesen leichten Schrank reichen sechs Betonsteine auf einem verdichteten Splittbett. Ein Betonfundament ist nicht nötig. Wichtig sind ein tragfähiger, ebener Untergrund, mindestens 5 cm Abstand zwischen Holz und Gelände und eine Trennlage aus Bautenschutzmatte, damit keine Feuchtigkeit ins Holz zieht.

Muss der Schrank an der Hauswand befestigt werden?

Ja, eine Kippsicherung solltest du immer einbauen. Bei 1,9 m Höhe und nur 50 cm Tiefe kann Wind, besonders bei offenen Türen, den Schrank umwerfen. Bei einer gedämmten Fassade (WDVS) brauchst du spezielle Befestiger für Dämmung oder du verankerst den Schrank stattdessen mit Bodenankern im Erdreich.

Geht das Dach auch ohne Bitumenschindeln?

Ja. Eine besandete Bitumendachbahn ist schneller verlegt und günstiger, ein Trapez- oder Wellblech ebenfalls. Die Unterkonstruktion bleibt gleich. Achte nur auf die Mindestneigung, die der Hersteller für das jeweilige Material angibt. Mit 17° liegt dieser Entwurf für die meisten Dachdeckungen im passenden Bereich.